wo warst Du 89? (Plauderei)
Zu der Zeit arbeitete ich für eine Versicherung, im Außendienst.
Ich konnte keine Termine machen, weil die Leute nur vor der Glotze hingen...
Nach 2 Tagen der Untätigkeit bin ich mit dem Auto nach Berlin gefahren, von Dortmund aus, ab Hamm stand ich im Stau, sind dann über die alte B1 gefahren...kamen morgens um 4.00 Uhr in Berlin an...16 std. Fahrt mit einem einem alten Ford Taunus, nachts durch die DDR, im Schritttempo, wegen der schlecht beleuchteten Schlaglöcher auf der Straße.
Seit der Zeit fahre ich nur noch mit dem Zug, ICE nach Berlin, 2.45 std.
Was mich wundert, warum hat nie mal jemand, wenn auch nur Symbolisch, mal wieder die Mauer aufgebaut? Oder ein Event daraus gemacht, Ziegelsteine, Speiß, und ein paar Bauarbeiter...
Früher, haben wir an der Grenze das Ato immer geschoben, weil die Schlange so lang war, außerdem haben die Grenzer 3 mal meinen 15m auseinandergenommen.
Das letzte mal war ich mit einem Lada in Westberlin, im Sommer ´89, als ich in Helmstädt an der Grenze stand, sagte der DDR Grenzer:" Da ist ja der weiße Lada, auf den warten wir schon, haben sie gut gespeist an der Raststelle?" Die wussten sogar, an welchem Tisch ich saß, auf der Transitstrecke...
Mein Lada war ein alter Fiat Nachbau, original, mit russischer Batterie und russischer Schrift in den Armaturen.
Bin froh, das die Grenze weg ist, sollten alle Grenzen weg sein, überall.
Grenzen führen nur zu Kriegen, das war schon immer so, mehr Grenzen, mehr Kriege. Es gab einen Grund für den Text von Hoffmann von Fallersleben. Deutschland gab es nicht, nur einzelne, immer durch Grenzen geteilte, Länder. Die Kurfürsten, wenn sie nicht gerade einen armen Pater in einer Burg versteckten führten immer Kriege.
Erst der Wegfall der Grenzen hat dies vereinfacht, und die Kriege weg fallen
lassen.
Martinus
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