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Ominöses Startproblem - 1,2/16V (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

Graubart, (vor 18 Stunden, 30 Minuten)

Hallo allerseits,

obwohl ich schon seit unserem 1.Kangoo (G1Ph1 / 2000-2008) mitlese, habe ich mich erst jetzt angemeldet, weil unser 2.Kangoo (G1Ph2 / Bj.2008 / 1,2-16V / D4F730 / 3333-ACV / erst 25.000km (Rentner)) seit einigen Wochen ominöse Startprobleme hat. Zuvor sprang er immer (ob kalt oder warm) mustergültig innerhalb von 1-2 Sekunden an.

Ich benötige deshalb euer geballtes Wissen.

Seltsame Vorgeschichte: Meine Frau hatte zuvor bei halblerem Tank versehentlich mit Super Plus (98 ROZ) statt E5 (95 ROZ) vollgetankt - sollte (bis auf den Mehrpreis) eigentlich kein Problem sein.

Aber: Beim Kaltstart am nächsten Tag brauchte er jedoch zum Starten deutlich länger und zündete unwillig und auch nicht gleich auf allen Zylindern. Danach lief er aber völlig normal und die weiteren Warmstarts im Laufe des Tages waren wie gewohnt einwandfrei. Dieses Verhalten blieb dann so, bis er dann aber auch bei Warmstarts länger brauchte.

Ich habe dann sukzessive die folgenden Verdächtigen durch Original-Neuteile ersetzt:

OT-Geber (alter war schon blau, mit 230 Ohm ok).
Zündkerzen (0,85mm / 25Nm - Kerzenbild der alten war ok).
Zündspule und Zündkabel (alte Teile messtechnisch ok).
Aktivkohlefilter (altes Magnetventil war stromlos geöffnet - verklebt?, Spule mit 24 Ohm ok).

Drosselklappe ausgebaut und peinlichst gereinigt, mit neuer Dichtung und 10Nm eingebaut
und neu angelernt. Die 4 Dichtungen der Ansaugbrücke waren von Renault-Werkstatt erst vor 4 Jahren erneuert worden. Alle in Frage kommenden Stecker behandelt.

Batterie: 1/2 Jahr alt, Belastungstest im Leerlauf spannungsmässig ok.
Masseverbindung Motorblock: Spannungsabfall Motorblock zu Batterie-Minuspol im Leerlauf bei
Licht und Heckscheibe an ca. 20mV.

Beim Öffnen des Tankdeckels ist kein Unterdruck vorhanden. Bei Zündung EIN läuft Benzinpumpe hörbar für ca. 1 Sekunde an (Druckregler funktioniert also). Wegfahrsperrenlampe ist AUS. Über die Jahre hinweg haben wir uns auch die Gedenksekunden vor dem Anlassen angewöhnt.

Nach dem ominösen Startverhalten läuft er wie zuvor einwandfrei: Konstanter Leerlauf, keine Aussetzer, keine Ruckler, keine Fehlzündungen, spontane Gasannahme, gute Beschleunigung (75 PS!), kein Leistungverlust, BAB 150km/h.

Mein OBD2-Scanner zeigt keine Fehler. Bei kaltem Motor im Stand entsprechen Ansaugluft- und Kühlwassertemperatur der Umgebungstemperatur. MAP-Sensorwerte ok. Drosselklappenöffnung 13 %. Livedaten im Betrieb völlig normal (Plausible Temperaturen für IAT und EAT, Werte von Regel- und Kontrollsonde sind ok, keine Misfires).

Weil das Problem beim Kaltstart ausgeprägter ist, habe ich kürzlich nach einem absichtlich abgebrochenen Kaltstartversuch die Kerzen rausgeschraubt, um zu prüfen, ob vielleicht undichte Einspritzventile nachtropfen und das Gemisch beim Start dann zu fett sein könnte: Kerzen jedoch brottrocken, Kerzenbild einwandfrei, kein Benzingeruch wahrnehmbar.

Ist es möglich, dass die Einspritz-Rampe nach dem Abstellen des Motors über eine defekte Rücklaufsperre in der Benzinpumpe (falls es eine derartige Sperre überhaupt gibt) in Richtung Tank leer läuft? Mangels Adapter konnte ich bislang noch keine Druckmessung an der Rampe vornehmen. Wie weit dürfte sich eigentlich der Betriebs-Solldruck an der Rampe von 3,5 bar nach dem Abstellen abbauen? Über die 18 Jahre evtl. Wasser unten im Tank, wo die Pumpe ansaugt?

Long story short: Wozu ratet ihr mir bezüglich weiterer Vorgehensweise?

Es bedankt sich und grüßt Euch der Graubart


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