Werkstatterfahrungen (Plauderei)
Hallo zusammen,
habe letzten Freitag am Nachmittag unser Auto (Kangoo 1,9 DTI, Baujahr 2002) aus der Werkstatt abgeholt. Motor sprang gleich an, neuer Anlasser halt.
Zur Montage des Anlassers musste laut Werkstatt der Kat ausgebaut, der Achsschenkel rechts vorne und die ÖLLEITUNG zum Abgasturbolader demontiert bzw. gelöst werden. Da die Werkstatt den passenden Anlasser nicht am gleichen Tag lieferbar hatte, stand der zerlegte Wagen über Nacht in der Werkhalle auf der Bühne. Augenscheinlich wurde es versäumt, den O-Ring an der Ölleitung von Ölresten zu reinigen bzw. zu erneuern.
Beim folgenden Zusammenbau war die Dichtung durch was auch immer so weit aufgeweicht, das sie beim Zusammenbau zerquetscht wurde. So war diese Steigleitung vorne rechts im Motorraum nicht dicht. Der Wagen lief Samstag und Sonntag nur je eine Ultrakurzstrecke bei mir im Ort. Gestern morgen musste ich zum 20 km entfernten Arzt. Vorwiegend Autobahn, die ich gerne dazu nutze, den Rußpartikelfilter mal bei Vollgas durch zu pusten, denn die Dinger werden im Stadtverkehr nicht ausreichend heiß -geringere Abgastemperatur bei Dieselmotoren- und kleckern dann gerne zu.
So habe ich den Wagen auf beiden Strecken nachdem der Motor warm war, jeweils bei reichlich Tempo gefahren. Ich wusste ja nicht, das ich mit jedem km ca. eine halbe Kaffeetasse Motoröl verliere. Zuhause angekommen war der Dichtring durch das heraus spritzendes und heiße Öl augenscheinlich soweit zerstört, dass auch der stehende Motor erheblich Öl verlor. Bis Mittag um 14.00 hatte der Motor insgesamt 2,5 l Öl in unserer Einfahrt verloren.
Eine Riesen-Sauerei, in der Einfahrt, unter dem Wagen, im Motorraum an beiden Achsen auf der Beifahrerseite. Sogar das Heck und die Heckscheiben waren mit Öl verschmiert, das ich auf der Heimfahrt leider mit hoch spritzendem Schmutzwasser von der stark gestreuten und nassen Straße verwechselt hatte, ich wäre nie auf Motoröl gekommen.
Klar ging die Ölkontrollleuchte nicht mehr aus als meine Frau um 14.00 wegfahren wollte. Zum Glück hat Sie den Motor sofort wieder abgestellt. Um wenigstens MIN-Ölstand zu erreichen -damit ich den Wagen in die Werkstatt fahren konnte- musste ich schon 1,5 l Öl nachfüllen. Erst auf der Bühne in der Werkstatt wurde der gesamte Schaden sichtbar. Ich hätte nie gedacht, was 2,5 Liter Öl unter einem Wagen so anrichten können. Ich hatte großes Glück, dass ich den Wagen auf der Piste überhaupt noch gebremst bekam, ohne ABS wäre das sicher ins Auge gegangen. Die Bremsscheibe auf der rechten Seite war auch betroffen.
Bei der Schadenprüfung bin ich dabei geblieben, wusste wo ich hinsehen musste, meine Worte:
"Ralf, Du glaubst nicht wie froh ich bin, dass das Öl dort ausläuft, wo Du zuletzt zugedreht hast. Wer als letzter zuschraubt, prüft ob alles dicht ist. Wenn ich solche Bauteile zerlege, dann wird nur mit einer neuen Dichtung für 0,90 Euro wieder zu gemacht."
Das hat der Ralf auch gleich eingesehen, bin mal gespannt, wie mein Wagen heute aussieht, wenn ich das gute Stück in der Werkstatt abhole. Noch 10 km mehr Fahrstrecke bei 180 km/h und der Motor bzw. wenigstens der Turbo wäre hin gewesen, Fahrzeug damit Totalschaden, und das wegen einer Dichtung zu 90 Cent.
Wahrscheinlich hat auch der Turbo zu wenig Öl bekommen. Der Wagen läuft jetzt zwar wieder einwandfrei, ich weiß aber nicht, ob der Turbolader bereits was abbekommen hat. Wie seht Ihr das?
Was soll ich tun, gleich zum Anwalt wie mein Nachbar rät. Hier auf dem Dorf wird eigentlich alles mündlich geklärt.
Gruß
Lucas
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